Familienurlaub in El Gouna, Ägypten – Tag 3
Was für eine Nacht. Junior hatte wohl geplant uns nicht schlafen zu lassen. Leider war er schon beim Antritt der Reise nicht ganz fit. Bis zu dieser Nacht hatte sich sein Zustand dann leider noch etwas verschlechtert. So bestand unsere Nacht darin, in 15 Minuten Abständen zu schlafen und ihn dann wieder zu beruhigen. Irgend wie ging die Zeit bis zum Morgen dann aber doch um.
Miriam und ich waren uns nicht sicher ob wir ihm die Rundfahrt durch El Gouna zumuten sollen. Wir wollten es riskieren. Also ließen wir uns um 6:30 Uhr von unserem Wecker aufwecken. Noch eineinhalb Stunden bis der Bus am Hotel abfahren würde.
Wer hat wohl geschlafen wie ein Stein und sich von nichts aber auch gar nichts wecken lassen? Genau, der junge Mann der bei uns im Handgepäck mitgereist war und uns die Nacht über wach gehalten hat.
Nun denn. In den Kampf. Er endete damit, dass wir ihn halb schlafend mit dem Buggy zum Frühstück gerollt haben. Schaufel Schaufel und weiter geht’s zur Haupthalle wo man schon auf die deutsche Kleinfamilie wartete.
Vorweg. Die Tour hat sich sehr gelohnt und war sein Geld (25€ p.P) wert.
Mit dem Bus fuhren wir erst zu einem kleinen Turm der als Aussichtsplattform erklommen werden kann. Oben angekommen konnte man El Gouna komplett überblicken.
Dann ging es nur wenige Meter weiter zu einem Anleger. Dort wartete bereits ein Boot auf unsere ca. 25 Mann starke Gruppe.
Junior war leider seit dem Aufstehen nicht gut drauf. Ich trug ihn fast die ganze Zeit. Zwischen durch schaute er aus seinem Wind- und Sonnenschutz bestehend aus Mütze und Decke hervor, gab einen kurzen Kommentar: „Wo sind Karla und Ida?“, und verschwand dann wieder.
Mit dem Boot fuhren wir dann durch die größten Lagunen des Ortes vorbei an den besten Hotels und teuersten privat Villen.
Im Zentrum vom El Gouna, Downtown, legte unser Boot dann wieder an. Schnell noch bisschen Trinkgeld für den Kapitän und weiter über einen Platz mit vielen Restaurants zu unserem Bus.
Dieser brachte uns dann zu einem etwas außerhalb gelegenen Areal. Mittelpunkt bildete ein Gebäude in dem bis vor einigen Monaten Handwerkskunst der Ägypter und Beduinen zum Verkauf angeboten wurden. Nachdem wohl vermehrt deutsche Urlauber sich darüber beschwert haben, dass der Besuch dieses Hauses einer klassische „Kaffee-Fahrt“ gleich kommt, wurde der Verkauf der Waren eingestellt. Nun durfte man also lediglich die Produkte ansehen aber nicht kaufen. Wer hat sich wohl beschwert, dass man nichts kaufen durfte?
Hinter diesem Gebäude, welches das „House of Egypt“ genannt wurde, ist eine Art Garten angelegt, der die Flora und Fauna von Ägypten widerspiegle soll. In einem Verschlag aus Bambus, Holzbalken und Stroh wurden wir dann von einem Beduinen erwartet. Es wurde ein schwarzer Tee mit Minze und Kardamom gereicht. Der Beduine war der Medizinmann der Familie und hat uns über die Heilkunst der Beduinen und ihren sehr gesunden Lebensstil unterrichtet.
Dies war die letzte Station. Junior war mittlerweile so müde, dass er auf der Rückfahrt zum Hotel auf meinem Schoß eingeschlafen ist. Schnell noch das Mittagsbuffet mitgenommen und dann den wohl verdienten Mittagsschlaf halten.
Erst gegen 19:30 Uhr waren wir alle drei soweit, dass wir zum Abendessen gehen konnten. Sogar Junior war jetzt ausgeschlafen und ist regelrecht aufgetaut. Das war sehr schön ihn wieder fitter und fröhlicher zu sehen. Nach dem Abendessen sind wir dann spontan auf Erkundungstour gegangen. Dabei haben wir einen anderen Innenhof der Hotelanlage gefunden. Hier war auch der Kinder-Pool sowie das abendliche Animationsprogramm. Hier haben wir uns direkt mal niedergelassen und ein, zwei vielleicht waren es drei Cocktails getrunken. Auf lau dann jau. Junior hat sich unterdessen als Animateur entpuppt und die Bühne für sich erobert.
Nach einigen Darbietungen wie Bauchtanz oder eine fast artistische Einlage eines jungen Mannes der sich gefühlt 20 Minuten lang mit einem riesigen, beleuchteten Kleid gedreht hatte waren wir dann alle reif fürs Bett.

