„Leinen los!“ hieß es heute, als wir um Punkt 15:00 Uhr den kleinen Hafen von Funchal mit dem riesigen Katamaran verließen.
Heute ist nun leider unser letzter Tag hier auf Madeira und wenn wir könnten, würden wir noch hier bleiben. Das Wetter in Deutschland lädt uns ja nicht gerade ein zurück zu kommen. Nach dem Frühstück machten wir uns mit dem Bus auf, um in der Altstadt ein kleines Mitbringsel zu kaufen, um nicht mit leeren Händen nach Hause zu kommen. Danach suchten wir am Hafen nach Marko, einem Ticketverkäufer für die angebotenen Bootstouren, den wir am Tag zuvor schon kennengelernt haben. Marko sollte uns ein Ticket für die Bonita da Madeira verkaufen, einem alten, türkischem Segelboot. Da die See heute für das alte Schiff zu stürmisch war, entschieden wir uns für eine Tour mit einem großen Katamaran. Mit ca. 25 weiteren Urlaubern startete die Tour pünktlich um 15:00 Uhr. Schon zu Anfang der Tour wurde uns klar, dass wir mit dem Katamaran leider nicht segeln würden. Die gesamte Tour fuhren wir nur unter Motorkraft. Leider, denn ich als Segler habe mich auf einen Segeltrip gefreut.
Miriam auf dem Front-Netz.
Nichtsdestotrotz war der Blick vom Wasser auf die Insel wunderschön. Auch aus dieser Perspektive zeigt die Insel wie schön sie ist. Das Wetter heute machte es dringend notwenig sich gut einzucremen. Zur Halbzeit der Tour drehten wir an einem Hotspot einige Kreise, um Delfine zu beobachten. Danach fuhren wir dann dicht an der Küste von Madeira zurück zum Hafen.
Die Steilküste von Madeira.
Zusammenfassend können wir sagen, dass sich eine Tour auf dem Wasser sehr lohnt. Jedoch waren wir von der Umsetzung eher etwas enttäuscht und finden, dass 30 Euro pro Person etwas zu hoch angesetzt ist.
Heute sind wir auf den Ursprüngen von Madeira gewandelt oder besser gesagt, an ihnen vorbei. Zu den Ursprüngen zählt man hier auf der Insel die Levadas, das Bewässerungssystem der Insel. Auf insgesamt 1400 Kilometern erstreckt sich das von Sklaven und Einheimischen erbaute System über die gesamte Insel und bewässert so Felder und Fauna.
Mit einer kleinen Reisegruppe bestehend aus 14 deutschen Urlaubern, Elton (unserem Fahrer) und Mira (unsere Tourleiterin) ging es dann ca. eine Stunde lang ins Landesinnere. Mit dem Minibus ging es durch unzählige Tunnel, Schluchten und zum Ende hin durch immer grüne Wälder, die teilweise so dicht vom Nebel bedeckt waren, dass die Sichtweite unter 100 Metern lag. Die Wanderung begann an einem kleinen Parkplatz mitten im Nirgendwo. Als wir aus dem Bus ausstiegen, war es extrem nebelig und sehr windig. Wer von den Bedingungen überrascht wurde, so wie wir, dem standen Jacken und Handschuhe zum Leihen bereit. Auch einen Wanderstock durfte man sich ausleihen.
Herrenlose Kühe im Gebirge.
Die erste Etappe ging entlang einer kleinen Levada, welche sich ca. einen Kilometer an einem leicht abfallenden Berghang entlang zog. Uns fiel sofort auf, wie klar und frisch das Wasser der Levada aussah. Auf diesem Stück war es so windig, dass man stellenweise Schwierigkeiten hatte sich auf den Beinen zu halten. Nachdem wir eine letzte Straße überquert haben, schlugen wir uns dahinter in die Büsche. Wortwörtlich, denn ab nun an liefen wir wirklich quer durch die Natur/ Pampa.
Das Wetter wechselte während der gesamten Wanderung alle 15 Minuten und gefühlt durchquerten wir dabei alle 23 Klimazonen, die sich auf der Insel befinden. Unser Ziel war ein kleiner See mit einem Wasserfall, von dem aus die Levada an der wir entlang gewandert sind, entspringt. Wenn der Nebel verzog, legte er einen atemberaubenden Blick auf die Täler und Berghänge frei wie wir ihn noch nie gesehen haben. Der Weg an den Levadas ist streckenweise so dicht bewachsen, dass man sich schnell wie in einem Dschungel versetzt vorkommt. Überwiegend herrscht dort eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, welche sich auf den Pflanzen niederlässt und nicht selten von oben herabregnet.
Bewachsene Levada.
Zur Halbzeit erreichten wir den See, von dem die Levada entspringt. Zusammen mit einer anderen, englischsprachigen Gruppe machten wir dort eine ausführliche Pause, in der wir unser mitgebrachtes Picknick abhielten und Fotos machten. Dort ist das Titelbild entstanden. Auf der gesamten Wanderung sollte man sehr trittsicher sein und eine konditionierte Blase besitzen.
Nach dem Aufenthalt am See traten wir dann die zweite Etappe an. Diese zog sich noch ein Stück an der Levada entlang und zweigte dann ab. Ein gutes Stück stiegen wir den Berg weiter hinauf und gelangen dann auf die Hochebene. Ein sehr unwirklicher Ort, welcher komplett vom dichten Nebel eingehüllt war und von stachligen Büschen übersät ist.
In Nebel gehüllte Hochebene.
Ein schmaler Pfad führte durch diese Kulisse und brachte uns zu einer weiteren, kleineren Levada. Nach weiteren tollen Ausblicken auf das Landesinnere kamen wir nach ca. zwei Stunden an einen Parkplatz. Dort klarte der Himmel auf und der Nebel verzog sich. Ein weites, karges Land zeigte sich.
Die Straße zurück nach Funchal auf der Hochebene.
Elton, unser Fahrer, wartete schon auf uns und brachte uns auf einem anderen Weg zurück nach Funchal. Auf dieser Fahrt hielten wir noch an einigen Stellen und hatten so einen traumhaften Blick auf eine Gebirgskette, welche sich aus den Wolken erhob.
Blick auf eine Bergkette auf dem Rückweg nach Funchal.
Heute hatten wir uns vorgenommen eine Wanderung in das Gebiet Rabacal mit den berühmten 25 Quellen anzutreten. Deshalb recherchierten wir, wie wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dieses Wandergebiet erreichen können. Lust auf eine geführte Tour mit wahrscheinlich vielen älteren Teilnehmern hatten wir nämlich nicht. Wie sich jedoch rausstellte, war es uns unmöglich an einem Samstag in die Richtung von dem Wandergebiet zu kommen und vor allem fährt kein einziger Linienbus den exakten Ausflugspunkt an. Deshalb haben wir das Touristenbüro „Lido Tours“ direkt neben unserem Hotel aufgesucht. Die sehr nette Angestellte zeigte uns die verschiedenen Möglichkeiten einer Wandertour auf. Wir haben uns daraufhin für die ganztägige „Lake Tour“ über 4,5 Stunden entschieden, die am Sonntag starten wird.
Nun musste eine Alternativplanung für den Samstag her. Diese bestand zunächst aus einem Einkauf im Supermarkt für den morgigen Tag. Danach haben wir uns im Hotel aufgehalten und ausgeruht.
Am Nachmittag haben wir uns auf dem Weg gemacht zu einem Vergnügungspark in Funchal. Auf 12 Löchern mit Meerblick haben wir beim Minigolf unseren Spaß gehabt. Zurück im Zimmer wurden dann noch die gestern gekauften Früchte vom Markt geöffnet und probiert …
Schon beim Aufwachen strahlte uns die Sonne mit voller Kraft entgegen. Da wir uns bereits am zweiten Tag nach der Willkommens-Veranstaltung der TUI Reiseleitung für den Segeltrip interessiert haben, wollten wir diesen heute in Angriff nehmen.
Mit dem Bus sind wir schnell und bequem „runter“ in die Stadt gefahren. Da wir unbedingt mit der Bonita da Madeira fahren wollten, suchten wir den dafür zuständigen Ticketverkauf am Hafen. Mehrere aufdringliche Verkäufer für die verschiedensten Bootstouren versuchten uns ein Ticket zu verkaufen. Schließlich ließen wir uns auf einen freundlichen Mann ein, welcher uns bis runter an die Stege des Yachthafens führte und uns dort ein Ticket für die Bonita da Madeira verkaufte. 30 Euro für eine Person für drei Stunden segeln fanden wir in Ordnung. Dass man dabei eventuell Wale oder Delfine sehen würde, machte die Entscheidung für uns klar.
Mit unserem Ticket für die Bootstour gingen wir nun noch in die Altstadt von Funchal, da wir noch ca. eine Stunde bis zum Beginn der Tour Zeit hatten. Während unseres Exkurses in die Altstadt fanden wir dann auch die berühmte Markthalle von Funchal von der wir schon viel gehört haben. Leider haben wir dort keine Fotos machen können, holen dies aber noch nach. Die Markthalle hielt, was wir uns von ihr versprochen haben. Ein tolles Gebäude mit offenem Lichthof stand den Gemüse- und Obsthändlern für ihre tollen Stände zur Verfügung. Ein herrlich frischer, süßlicher Duft kam uns entgegen, als wir die Halle betraten. Überall gab es Gemüse und Obst, das wir noch nie gesehen haben. Von oben strahlte die Sonne in den Innenhof und die kleinen Bäume in der Halle ließen das Gefühl aufkommen nicht in einem Gebäude zu sein.
An einem Stand sahen wir die so genannte „Passion Banana“, eine exotische Frucht, welche einer kleinen Banane ähnelt. Die Passion Banana ist eine Maracuja-sorte, welche auf Madeira angebaut wird. Sie schmeckt sehr frisch und süßlich. An diesem Stand durften wir auch diverse andere Obstsorten probieren und haben uns einige einpacken lassen.
Unsere Ausbeute vom Markt.
Nun wurde es aber Zeit. Wir liefen zurück zum Hafen und suchten die Bonita da Madeira. Als wir uns dem Liegeplatz näherten, an dem wir das Boot zuvor schon einmal gesehen haben, passte uns der Ticketverkäufer von vorher ab. Er sagte, er habe sich geirrt und, dass das Boot heute garnicht mehr fahren würde. Er gab uns unser Geld zurück und entschuldigte sich vielmals. Für uns ein tolles Erlebnis, da wir doch dachten an einen unseriösen Verkäufer geraten zu sein und doch eines Besseren belehrt wurden.
Wir traten also den Rückweg in Richtung Hotel an. Alles zu Fuß wohl bemerkt. Auf dem Weg ließen wir uns in einem schönen Park direkt über dem Hafen nieder und verweilten dort einige Zeit. Dort entstand das Foto, welches oben zusehen ist. Das ist die Bonita da Madeira mit der wir fahren wollten und dies auch am letzten Tag auf Madeira noch tun werden.
Nach dem täglichen Frühstücksbuffet und einer kleinen Erholungspause machten wir uns bereit für eine Wanderung nach Câmara de Lobos, dem acht Kilometer entfernten Nachbarort westlich von Funchal. Es gibt einen wunderschönen Weg auf der Promenade entlang der Küste mitunter vielen Auf- und Abstiegen. Die angekündigte Dauer von zwei Stunden bis zum Erreichen des Ortes haben wir mit unserer Kondition halbiert 😉 Dennoch etwas erschöpft, kamen wir mit ein paar weiteren Wanderern im alten Fischerort an. Auch dieser Ort ist terrassenförmig mit z.B. Bananenplantagen angelegt. Es folgte unsere Erkundungstour vor Ort und einer madeirensischen Stärkung in einer Bar/Restaurant. Auf der Speisekarte stand eine mediterrane Gemüsesuppe mit Brot und einem inselspezifischen Poncha. Wir hatten am Vortag von der TUI Reiseleitung beim Begrüßungsempfang gelernt, dass es hier üblich ist einen Poncha bei jeglichen Beschwerden als Heilmittel zu trinken z.B. bei Schnupfen, Erschöpfung oder Liebeskummer. Dieses Wundermittel gab uns neue Kraft, um den Rückweg nach Funchal anzutreten.
Letztes Stück bis nach Camara de Lobos (im Hintergrund)
Auf dem Rückweg schlenderten wir noch durch das „Forum“, ein Shoppingcenter mit einem sehr schönen Innenhof.
An diesem Abend fielen wir früh k.o. ins Bett.
Ein Fazit des Tages: Selbst in den hintergelegenen Straßen von Funchal präsentiert sich die Stadt gepflegt. Natürlich kann man einen Unterschied zum Tourismuskern erkennen, denn die Hotelanzahl nimmt ab und es gibt mehr Einwohnerappartments und leider auch vereinzelt Straßenhunde.
Die erste Nacht haben wir gut in den bequemen Betten verbracht. Jedoch war das Frühstücksbuffet enttäuschend für uns, da wir besseres aus der eigenen Küche gewöhnt sind.
Wir waren eingeladen worden von TUI uns im Nachbarhotel „Pestana Palms“, welches optisch und von der Lage her deutlich besser als unseres ist, zum Empfang einzufinden. Wir wurden von Anja dann über die Gewohnheiten und Gegebenheit Madeiras informiert.
Danach besorgten wir uns im Lottoladen direkt neben unserem Hotel ein Tagesticket für den Bus, damit wir ins Stadtzentrum von Funchal fahren konnten. Die Busse fahren alle paar Minuten und wirken modern und sauber. Nachdem wir im „Centro“ angekommen waren, stiegen wir in die Buslinie 21 bis nach Monte, einem Stadtteil hoch in den Bergen. Die Fahrt war spektakulär zum einen wegen der flotten Fahrweise des Busfahrers in die nicht einzusehenden Kurven und zum anderen wegen der weitläufigen Sicht auf die Stadt und den Atlantik!
Blick auf Funchal
Oben angekommen wanderten wir in Richtung Kirche „Nossa Senhora do Monte“, in der die Gebeine vom letzten Kaiser v. Österreich- Ungarn Karl I. von Habsburg beherbergt sein sollen. Der weitere Weg führte entlang der Korbschlittenstation. Dort kann man sich wie die ehemals reichen Engländer mit einem Korbschlitten zurück in die Stadt fahren lassen. Wir haben die Touristenattraktion nicht genutzt, da 25 € für die Fahrt ein stolzer Preis ist. Wir gingen lieber weiter zum „Jardim Tropical Monte Palace“. Dies ist ein wunderschöner, wie der Name schon sagt, tropischer Garten mit einem Museum und einem herrschaftlichen Gebäude. Das Museum zeigt auf drei Etagen afrikanische Steinkunst, sowie leuchtende Kristalle aus z.B. Brasilien. Der Garten war, wie alles auf der Insel auch, auf verschiedenen Ebenen angelegt; mal asiatisch, mal orientalisch. Immer jedoch atemberaubend schön. Der Höhepunkt des Gartens ist eine Teich- bzw. Wasserfallanlage mit einem riesigen einst edlem Gebäude. Leider konnte man dieses herrschaftliche Haus nicht betreten und die einstige Schönheit der Außenfassade müsste auch erneuert werden. Am Ende des 2,5 stündigen Aufenthalts im Garten war ein kostenloser Trunk eines madeirensischen Weins im Besuchercafé.
Gartenanlage in Monte
Im Anschluss daran haben wir uns noch die Seilbahn, welche die Touristen zurück in die Stadt bringt, angeschaut. Wir haben es jedoch bevorzugt erneut eine für deutsche Gewohnheiten riskante Busfahrt mitzuerleben.
Auf dem Rückweg zum Hotel waren wir noch im Supermarkt einkaufen, welcher an einen gut sortiertem REWE erinnert.
Nach einem insgesamt 6 Stunden langen Flug von Köln/Bonn über München nach Funchal auf Madeira haben wir es nun geschafft. Bis kurz vor dem Aufsetzen des Flugzeugs dachten wir, die Maschine würde auf dem Wasser aufsetzen. So nahe liegt die Landebahn am Wasser.
Der sehr überschaubare Flughafen von Madeira liegt im östlich gelegenen Santa Cruz ca. 20 km von Funchal entfernt. Mit dem Bus der TUI Reiseleitung ging es zügig von einem Hotel zum anderen und schließlich auch zu unserem.
Unser Hotel liegt im Stadtteil Lido im Westen der Stadt. Ob man das Meer sehen kann oder nicht ist auf Madeira eigentlich kein Thema. Von nahezu jedem Gebäude oder Platz aus kann man das Meer erblicken. Die Stadt Funchal liegt in einem riesigen Tal mit Blick auf den weiten Ozean. Die Einheimischen nennen ihre Stadt auch „das Amphitheater“, da sie auf bis zu 500 Meter Höhenunterschied gebaut ist.
In unserem Hotel erfuhren wir vom Portier, dass heute noch eine Karnevalsparade in der Innenstadt von Funchal stattfinden wird. Da wir noch genug Kraft hatten, um den Weg in die Innenstadt anzutreten, liefen wir sofort los. Viele kleine Wagen mit teilweise sehr obszönen Themen fuhren entlang der Hafenstraße bis in die Altstadt. Wir folgten der Parade bis in den Hafen, wo zwei große Kreuzfahrtschiffe vor Anker lagen. Von dort an gingen wir zurück zum Hotel und bestaunten die tollen Grünanlagen und sehr sauberen Plätze. Überall sind exotische Blumen und Pflanzen zu sehen.
Park in Funchals Innenstadt
Der erste Tag zeigte schon die ausgesprochen schöne Vegetation der Insel und machte Lust auf mehr …